lyrics

exil

ich geb zu, ich wäre beinah gestorben,

als du damals sagtest adieu.

hätte fast meinen ganzen stolz verloren,

es tat mir unheimlich weh.

 

doch nun bin ich aus dem exil wieder

ausgestiegen,

es war nichts los im jammertal.

ich will das leben wie früher lieben,

freu mich trotzdem aufs nächste mal.

 

du bist mir nicht mehr wert,

dass ich mich wegen dir selbst zerstör.

jetzt weiß ich wie schön freiheit ist,

seitdem du nicht mehr bei mir bist!

 

7.1.07 22:52, kommentieren

sachliche romanze

als sie einander acht jahre kannten

(und man darf sagen: sie kannten sich gut),

kam ihre liebe plötzlich abhanden.

wie andern leuten ein stock oder hut.

sie waren traurig, betrugen sich heiter,

versuchten küsse, als ob nichts sei,

sie sahen sich an und wußten nicht weiter.

Da weinte sie schließlich. und er stand dabei.

vom fenster aus konnte man schiffen winken.

er sagt, es wäre schon viertel nach vier

und zeit, irgendwo kaffee zu trinken.

nebenan übte ein mensch klavier.

sie gingen ins kleinste cafe am ort

und rührten in ihren tassen.

am abend saßen sie immer noch dort.

sie saßen allein, und sie sprachen kein wort

und konnten es einfach nicht fassen.

Erich Kästner

5.1.07 19:32, kommentieren